Indien2018-10-08T11:35:20+02:00

Indien

DON BOSCO INITIATIVEN IN DER STADT VADODARA

Mix for Kids kooperiert bei den Projekten „Open Shelter“ und „Haus der Liebe“ mit der gemeinnützigen Organisation „Die Sternsinger“, um Don Bosco Projekte in Vadodara zu fördern. Die Sternsinger bezuschussen unsere Fördergelder, damit ein jährlicher Mindestbetrag garantiert werden kann, und stellen anschließend sicher, dass unsere Spenden an der richtigen Stelle ankommen.

Erstkontakt und Open Shelter Gruppen

In Indien gibt es ca. 10 Mio. Straßenkinder, Mädchen und Jungen, die ohne Eltern aufwachsen.

Sie haben zwar manchmal ein Zuhause, wollen aber nicht dorthin zurück. Die meisten kommen aus zerrütteten Familien, die in nackter Armut leben. Alkohol, Gewalt und Missbrauch sind an der Tagesordnung.

Die Don Bosco Brüder stellen auf den Straßen, Bushaltestellen, Bahnhöfen und Märkten einen Erstkontakt zu den Kindern und Jugendlichen her. Diese erste Begegnung wird durch regelmäßige Besuche verstärkt, denn regelmäßiger Kontakt hilft Ängste abzulegen und Vertrauen zu gewinnen.

Kinder und Jugendliche erhalten Unterstützung und die Möglichkeit, in sogenannte Open Shelter zu kommen. Don Bosco Shelter sind offene Gemeinschaftseinrichtungen, d.h. die Kinder können kommen und gehen, wann sie möchten. Die Mitarbeiter zeigen den Kindern, dass sie ihre Freunde sind, Hilfe ist nicht an Bedingungen geknüpft. Die Kinder können sich waschen, erhalten etwas zu Essen und können die Möglichkeit nutzen, ihre Kleidung zu waschen und zu trocknen. Spiel, Spaß und Unterstützung beim Lernen stehen ebenso auf dem Programm, wie Hygienetraining und psychologische Betreuung.

Waisenhaus „Haus der Liebe“

Ausgewählte Jungen aus der Region werden eingeladen im Don Bosco Zentrum Snehalaya, auch „Haus der Liebe“ genannt, zu leben. Sie entscheiden selbst, ob sie dort bleiben möchten, oder nicht. Das Don Bosco Zentrum Snehalaya gibt derzeit 106 Jungen im Alter von 6-18 Jahren ein Heim. Aber die Don Bosco Brüder leisten viel mehr: Sie geben den Kindern liebevolle Zuwendung, vermitteln Werte und bieten ganzheitliche Bildung, d.h. sie helfen beim Lernen, motivieren die Kinder zu Teamsport, Malen, Tanzen u.v.m. Sie fördern auch die spirituelle Entwicklung der Kinder ohne religiöse Dogmen, entwickeln Gemeinschaftssinn, Naturverbundenheit, häusliche Fähigkeiten und helfen bei Berufswahl und Berufsausbildung.

Mit der derzeitigen Spendensumme schaffen wir es, den Lebensunterhalt für 15 Jungen für ein Jahr zu finanzieren.

Traditionelle indische Gewürzmischungen – ein Weg aus der Armut

Die Organisation Don Bosco hat in jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit benachteiligten Menschen herausgefunden, dass ein effektiver Weg um Kinder und Jugendliche zu fördern, die Unterstützung von Müttern ist. Wir stimmen mit Don Bosco überein, dass die Förderung und Hilfe zur Selbstbestimmung der Mütter ein wichtiger Bestandteil der Hilfe für die Kinder ist.

Seit vielen Jahren organisiert und entwickelt Don Bosco Selbsthilfegruppen in den Slums und Dörfern Indiens. Mix für Kids unterstützt ein Projekt in Vadodara, bei dem eine Gruppe Frauen sich mit der Herstellung und Vermarktung regionaltypischer Gewürzmischungen beschäftigt.

Das Konzept wurde bereits in anderen Regionen erfolgreich erprobt. Neben Hygienetraining, einer Ausbildung zu regionalen Gewürzen und deren Verarbeitung, wird auch kaufmännisches Grundwissen vermittelt.

DON BOSCO INITIATIVEN IN DER STADT CHOTTA UDAIPUR

Die Hilfsorganisation „DON BOSCO MONDO e. V.“ hat mit uns und unseren Don Bosco Partnern in Chotta Udaipur das folgende Programm entwickelt und kanalisiert unsere Gelder an die richtigen Stellen.

Benachteiligte Kinder gewinnen im sportlichen Wettkampf an Vertrauen und Zuversicht

Seit dem Jahr 2000 gibt es eine intensive Sportförderung an der Don Bosco Schule. Die armen Adivasi-Jungen und -Mädchen haben großen sportlichen Ehrgeiz. Betreut von Profisportlern gelingt es ihnen immer wieder, für sich selbst und für die Schule nationale Wettkämpfe zu gewinnen.

Die ganzheitliche Pädagogik und sportliche Erfolge ebnen auch den Weg in die Zukunft und in diverse Jobs, z.B. in den Verteidigungsdiensten, der Polizei und den Eisenbahnen.

  • verstärkte Interaktion und Beteiligung
  • Erfahrung von Gleichheit und Teamwork
  • körperliche Betätigung mit Spaß und Lerneffekt
  • Verbesserung der Gesundheit
  • erhöhte Selbstmotivation
  • Durchsetzungsvermögen

VERBESSERUNG DER LEBENSQUALITÄT DURCH ALTERNATIVEN ÖKOLOGISCHEN ANBAU
IN EINEM DORF DER ADIVASI (=STAMMESVÖLKER, UREINWOHNER)

In der Region um Chota Udaipur arbeitet Don Bosco seit Jahren mit besonders benachteiligten Gruppen der Rathwa Adivasi zusammen. Diese Völker, die für ihren täglichen Lebensunterhalt bisher kulturell und ökonomisch vom Wald abhängig waren, leiden unter der Erschöpfung der Waldressourcen und Vertreibung aus ihren ursprünglichen Lebensraum. Das fehlende Wissen über landwirtschaftliche Praxis und Erwerbsmöglichkeiten in der veränderten Lebenssituation bringen die Rathwa Adivasi in eine Existenz bedrohende Lage. Angesichts der z. T. in Gujarat dramatischen Folgen des Klimawandels für die konventionelle Agrarproduktion, verbunden mit niedrigen Marktpreisen für deren Erzeugnisse ist das traditionelle Wissen nicht anwendbar und neue Wege müssen beschritten werden.

Don Bosco Chhota Udaipur engagiert sich – unterstützt von Don Bosco Mondo und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – aktiv für eine nachhaltige Agrarwirtschaft und will die landwirtschaftliche Produktivität durch alternative Methoden erhöhen.

Die konventionelle industrielle Produktion, die zumeist auf Monokulturen von GVO Cash Crops (GVO = Gentechnisch veränderter Organismus, z.B. Mais) basierte und vom Einsatz einer großen Menge von Pestiziden und synthetischen Düngern abhing, soll der Vergangenheit angehören.

Die Zukunft sieht Don Bosco stattdessen in kleinflächigen, nachhaltigen und regenerativen Mischkulturen. So können diverse Food Crops wie z.B. Auberginen, Chili, Tomaten und Wassermelonen gleichzeitig angebaut und in einer Saison geerntet werden. Pestizide und Dünger werden nach traditionellen Rezepten organisch hergestellt.

Dieser Weg zu einer Ernährungssicherheit durch Selbstversorgung, in Verbindung mit Zugang zu Bildung und Teamsport, soll insbesondere der Stammesjungend die Möglichkeit bieten, sich in dieser neuen Lebenssituation würdig, durchsetzungsfähig und rechtmäßig wiederzufinden.

Hintergrundinformationen zu den Adivasi